Risikoanalysen als Grundlage sicherer IT-Infrastrukturen in Unternehmen

Unsere immer komplexer werdende Welt birgt Risiken für die Sicherheit. Erfahren Sie, auf welche digitalen Sicherheitsrisiken sich Ordinationen verbereiten müssen.

Risikoanalysen als Grundlage sicherer IT-Infrastrukturen in Unternehmen

In unserer zunehmend digitalisierten Welt hängt der Erfolg von Unternehmen in steigendem Maße von der Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer IT-Infrastrukturen ab. Mit der stetig steigenden Komplexität dieser IT-Infrastrukturen nimmt jedoch auch die Bedrohungslandschaft immer schwerer zu überblickende Ausmaße an. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, theoretisch einen immer größeren Ressourcenaufwand treiben zu müssen, um sich und ihre IT-Infrastruktur adäquat gegen alle möglichen Bedrohungen zu schützen. In der Praxis tun sich dabei rasch Grenzen auf, da tatsächlich verfügbare finanzielle und personelle Ressourcen beschränkt sind. Für Entscheidungsträger stellt sich somit die Frage, wo und wie die limitierten Ressourcen am effektivsten eingesetzt werden sollen.

In der Praxis ist diese Frage meist nicht einfach zu beantworten. Zu komplex sind die Abhängigkeiten von Erfolgsfaktoren des Unternehmens zu den diversen Komponenten der IT-Infrastruktur. Zudem sind Abhängigkeiten aufgrund der Gesamtkomplexität in vielen Fällen auch gar nicht bewusst. Je größer und komplexer das Unternehmen und seine IT-Infrastruktur, desto schwieriger ist der zielgerichtete und möglichst effektive Einsatz verfügbarer Ressourcen zur Erhöhung der IT-Sicherheit im Unternehmen.

Systematische Risikoanalysen können hier Abhilfe schaffen. Ziel ist dabei die Erstellung eines abstrakten Risikomodells des Unternehmens, über das Abhängigkeiten zwischen kritischen Geschäftsprozessen auf der einen und relevanten Komponenten der IT-Infrastruktur auf der anderen Seite modelliert werden. Das Risikomodell bildet einerseits die Kritikalität von Geschäftsprozessen über deren Schutzbedarfe ab und stellt andererseits die Abhängigkeit der diversen Geschäftsprozesse von der Sicherheit verwendeter IT-Komponenten dar. So wird über das Risikomodell unmittelbar ersichtlich, welche Auswirkung die theoretische Kompromittierung einer IT-Komponente auf die diversen Geschäftsprozesse und damit auf den Erfolg des Unternehmens hätte. Über das Risikomodell können also jene Komponenten der IT-Infrastruktur identifiziert werden, die kritisch für den Erfolg des Unternehmens sind. Über die systematische Betrachtung relevanter Bedrohungen für die einzelnen modellierten IT-Komponenten können zudem notwendige Maßnahmen zu deren Schutz systematisch abgeleitet werden. Über die aus dem Modell er[1]sichtliche Kritikalität einer Komponente kann die Umsetzung von Maßnahmen zu ihrem Schutz priorisiert werden.

Der Nutzen eines über eine systematische Risikoanalyse erstellten Risikomodells hängt stark von seinem Detaillierungsgrad ab. Die Erstellung eines möglichst detaillierten Risikomodells kann selbst rasch zu einem zeitaufwändigen Unterfangen werden, dessen Komplexität ab einem gewissen Punkt nur mehr durch die Verwendung einschlägiger Tools beherrschbar bleibt. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Erstellung eines Risikomodells keine einmalige Anstrengung sein darf, sondern als kontinuierlicher Prozess begriffen werden muss. Nur so ist gewährleistet, dass laufende Transformationen und Weiterentwicklungen des Unternehmens und seiner IT-Infrastruktur im erstellten Risikomodell berücksichtigt werden und das Modell so stets ein akkurates Abbild des realen Unternehmens bleibt. Die Durchführung systematischer Risikoanalysen über die Erstellung eines Risikomodells ist ein herausforderndes Unterfangen, in dem stets ein passendes Gleichgewicht zwischen einem möglichst hohem Detaillierungsgrad auf der einen und einer bestmöglichen Beherrschung der Komplexität auf der anderen Seite gefunden werden muss. Für einen effektiven und zielgerichteten Einsatz verfügbarer finanzieller und personeller Ressourcen zur Verbesserung der IT-Sicherheit eines Unternehmens und seiner IT-Infrastruktur ist die Durchführung systematischer Risikoanalysen jedoch alternativlos.