3 Grundsätze in der Hygiene

Die Anwendung der wichtigesten Grundaspekte der Hygiene.

3 Grundsätze in der Hygiene

Im letzten Beitrag habe ich Ihnen die 3 Aspekte des Qualitätsmanagements vorgestellt auf die ich hier näher eingehen werde. In der Hygiene ist die Anwendung dieser Grundsätze oftmals Gold wert.

  1. Planung & (Risiko-)Analyse

Ein erfolgreiches Hygienemanagement setzt immer eine grundlegende Planung und Analyse voraus. Im besten Fall beginnt diese bereits bei der Auswahl der neuen Ordinationsräumlichkeiten, der Einrichtungs- und Ausstattungsplanung und geht im weiteren Verlauf direkt in ein gelebtes Hygienemanagement über. Der risikobasierte Ansatz eignet sich gut um die Hygiene als Bestandteil der Qualität zu integrieren – im Zuge der Planung werden Risiken definiert und analysiert. Anhand der aufgedeckten Risiken können vorbeugende und nachfolgende Maßnahmen vorab festgelegt, und im Ernstfall angewendet werden.

  1. Dokumentation

Jedes dokumentierte und niedergeschriebene Detail, kann Ihnen im Ernstfall hilfreich zur Seite stehen. Sei es als Beweismittel, um Ihr Risikobewusstsein und Ihre Bestrebungen zu belegen - oder als Analysetool, um die Entwicklung Ihrer Prozesse nachzuvollziehen. Ein wichtiger Aspekt ist jedoch, Dokumentation nicht mit Bürokratie gleichzusetzen – finden Sie einfache Wege und Mittel, um relevante Informationen nachhaltig festzuhalten.

  1. Fokus

Verlieren Sie sich nicht in der Vielzahl an Möglichkeiten und Prozessen. Definieren Sie die, die Ihnen am wichtigsten erscheinen, die von Richtlinien und Gesetzen vorgegeben werden. Die Risikoanalyse hilft Ihnen bei der Auswahl. Beispielsweise ist ein, aufgrund einer fehlerhaften Aufbereitungseinheit, kontaminiertes Instrument weitaus riskanter, als so manch anderer Randbereich der Hygiene.

Eine Vielzahl der hygienisch relevanten Anforderungen aus Richtlinien und Gesetzen lassen sich nachvollziehen und erscheinen auch ohne wissenschaftliche Erklärung schlüssig. Beispielsweise kann man im Zuge der Erstellung eines Reinigungs- und Desinfektionsplans einen Top-Down Ansatz zur Planung und Analyse verfolgen. Das Ziel ist, vereinfacht gesagt, ein gereinigter und desinfizierter Arbeitsplatz. Die dazu passenden Fragestellungen könnten beispielsweise lauten:

  • Wie komme ich zu diesem Ergebnis?
  • Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um dieses Ergebnis zu erreichen?
  • Kann ich das Ergebnis beeinflussen, oder durch einmalige Anpassungen den Prozess vereinfachen?
  • Benötige ich Unterstützung, um dieses Ergebnis zu erreichen?
  • Benötige ich Hilfsmittel, um dieses Ergebnis zu erreichen?
  • Wie beschreibe ich den Prozess?
  • Wie halte ich das Ergebnis fest?
  • Welche Risiken entstehen bei diesem Prozess?
  • Wie gehe ich mit identifizierten Risiken um?

Natürlich müssen Sie nicht genau jeden dieser Punkte abarbeiten, Sie können auch Ihre eigenen Fragestellungen und Regeln definieren. Je früher im Planungsprozess Sie mit diesen Fragenstellungen beginnen, desto besser.

Im nächsten Beitrag werde ich an die eröffneten Fragestellungen anschließen und weiters hilfreiche Tipps für die Umsetzung im Praxisalltag vorstellen.

 

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Philipp Hinteregger, Geschäftsführender Gesellschafter der akkreditierten Prüfstelle Hygienezentrum Dr. Sturm GmbH, Inspektor für Geräte und Verfahren zur Aufbereitung von Medizinprodukten bei der akkreditierten Inspektionsstelle W.H.U. GmbH, zertifizierter Qualitätsmanager und Auditor für QM-Systeme nach EN ISO 17025 und EN ISO 17020.

 

Disclaimer Equip4Ordi: 
Für den Inhalt ist Philipp Hinteregger selbst verantwortlich.